Joods Museum van Deportatie en Verzet

Am 7. Mai 1995 wurde das "Jüdische Deportations- und Widerstandsmuseum" in einem Flügel der ehemaligen Dossin-Kaserne durch König Albert II. eingeweiht. Es dokumentiert die Geschichte des Völkermords an den belgischen Juden sowie Sinti und Roma.

Vorderansicht der ehemaligen
Dossinkaserne (© AP)

Nach der Befreiung diente die Kaserne zunächst ab dem 16. September 1944 als Internierungslager für Kollaborateure. Später wurden die Bahngleise entfernt und der Gebäudekomplex bis zum Jahr 1973 als Ausbildungszentrum der belgischen Armee genutzt.

 

Trotz jährlicher Gedenkfeiern gab es zunächst keine Pläne, einen Teil der Kaserne als Gedenkstätte einzurichten. Allerdings wurden neben dem Eingang zum früheren Kasernenhof mehrere Gedenktafeln angebracht. Sechs Fragmente des ehemaligen Bahngleises symbolisieren dort heute die sechs Millionen jüdischen Opfer. Eine am 3. Juni 1995 eingeweihte Tafel erinnert an die von hier aus deportierten Sinti und Roma.

 


Denkmal aus Fragmenten der
originalen Bahngleise (© AP)


Gedenktafel
für die Sinti und Roma (© AP)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erst als die Stadt Mechelen Anfang der 1970er Jahre den Abriss des Gebäudes erwägte, regte sich ein öffentlicher Protest, und das historische Eingangsportal wurde unter Denkmalschutz gestellt. Im Jahr 1982 erwarb die Stadt die frühere Kaserne und beschloss zwei Jahre später, dort moderne Apartmenteinheiten einzurichten. In einem eher düsteren Flügel der Anlage wurde das Stadtarchiv untergebracht. 1989 bezogen die ersten Bewohner den in "Hof von Habsburg" umbenannten Komplex.


Blick in den ehemaligen Kasernenhof (© AP)

Eines der Apartments blieb im Rohbauzustand für die spätere Einrichtung eines Museums oder Gedenkorts vorgesehen. Während in den 1990er Jahren die Idee zur Einrichtung eines Museums über die Deportationen mehr und mehr heranwuchs, sorgten sich die von diesen Planungen überraschten neuen Bewohner um ihre Sicherheit, da sie antisemitische Anschläge befürchteten.

Am 20. September 1992 wurde schließlich auf Initiative der Vereinigung der jüdischen Deportierten von Belgien und des Jüdischen Zentralrats Belgiens mit Unterstützung durch die Regierung, die Flämische Gemeinschaft, die Provinz Antwerpen und die Stadt Mechelen der Grundstein für die Errichtung des Museums in einem Flügel der früheren Dossinkaserne gelegt. Zum 50. Jahrestag der Befreiung am 7. Mai 1995 wurde das "Jüdische Deportations- und Widerstandsmuseum" durch König Albert II. eingeweiht.



Persönliche Fotografien geben
den Opfern in der Ausstellung
ein Gesicht (© AP)

 


Erhaltene Ordner der Deportationslisten (© AP)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es dokumentiert heute am authentischen Ort die Geschichte des Völkermords an den belgischen Juden sowie Sinti und Roma, die Zusammenarbeit belgischer Behörden bei der Organisation der Deportationen, das Entkommen zahlreicher jüdischer Kinder durch das solidarische Verhalten vieler Belgier und den jüdischen Widerstand. Dem Museum anschlossen sind eine Bibliothek und ein Archiv, die nach vorheriger Absprache benutzt werden können. 


Raum zum Gedenken an die deportierten
und ermordeten Kinder (© AP)

Gedenktafeln an der Vorderseite des Gebäudes (© AP)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Jahr 2001 beschloss die belgische Regierung, die bestehenden Museumsräume, die umgebenden Freiflächen und ein angrenzendes Gebäude in ein neues Zentrum "Kazerne Dossin - Memoriaal, Museum en Documentatiecentrum over Holocaust en Mensenrechten" umzubauen. Für die Realisierung des Projektes wurden 25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die neugestaltete und erweiterte Gedenkstätte wurde am 1. Dezember 2012 feierlich der Öffentlichkeit übergeben.


Links die Dossin Kaserne, rechts das neue Museumsgebäude (© Kazerne Dossin)

 



 

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